Das Wappen der Familie Melfsen

Leider bleiben die Ursprünge über dieses Wappen genauso im Dunkeln wie bei dem Wappen der Familie Gimm.

Bekannt ist, dass es dieses Wappen bereits über 100 Jahre gibt. Christian Sibbern Melfsen benutzt es als Deckblatt auf seiner Familienchronik der Familien Melfsen & Levsen. Es wird weiter von ihm nicht beschrieben, es darf aber vermutet werden, dass er nicht der Urheber des Wappens gewesen ist.

Erwähnung findet das Wappen in einer Beschreibung von Dr. jur. Goslar Carstens aus Husum in seinem Buch „Wappen und Wappenmarken in Nordfriesland“.
Hier heißt es (Auszug):

Wappen: Waagerechte grüne Weinranke auf goldenem oder silbernem Grund.
Helmzier: Traube zwischen 2 Händen, die ein Schwert halten.

Es bleibt ein Geheimnis, wie Dr. Carstens auf eine Weinranke kommt, sehen doch diese Blätter einer Weinranke heraldisch nicht ähnlich. Keine Erwähnung finden bei ihm die zwei versetzten Winkel, die leicht für ein „M“ für Melfsen gehalten werden könnten.


Das Wappen konnte ich in der Familie Melfsen in unterschiedlicher Form finden.

In dem o.g Buch „Wappen und Wappenmarken in Nordfriesland“ wird es wie folgt dargestellt:

 

 
Auf einem sehr schön bemalten Hochzeitsschrank prangt das Wappen in voller Farbe mit einem Tierkopf und leicht verfremdet:
Die Farbwahl ist interessant, jedoch vom Künstler frei gewählt.

Eine sehr gute Wappenerklärung hat Peter Matthias aus Boostedt im Mai 2011 an Klaus Vahlbruch aus Hamburg geliefert:

Kopfzerbrechen bereitet die florale Wappenfigur, die der vermuteten Weinranke so gar nicht ähnlich sehen will. Der Blattform nach ist die Pflanze eher als Immergrün anzusprechen. Das typische Weinblatt ist 3- bis 5-fingrig, der Rand gekerbt und gesägt, jedoch sollen junge Triebe angeblich gelegentlich auch „ganzrandige“ Formen aufweisen. Der Darstellung nach handelt es sich um einen waagerechten Spross (Hinweis auf den Namenteil „lef = leib“?), der den Schild mittig teilt und der von einem Blattstängel mit wechselständigen, zugespitzt eiförmigen Einzelblättern und zwei Blattpaaren nach links gerichtet umrankt wird.
Am Schildboden zwei verschränkte Sparren, die den Buchstaben M bilden und auf den Namen Melf(sen) weisen.
Die Farbgebung könnte mit Silber (oder auch Gold) für den Schild und mit Grün für die Ranke vermutet werden, wobei offen bleibt, wie die Sparren gefärbt waren.

Die Zier des Bügelhelms mit den daraus wachsenden Armen, die ein Schwert (wie beim Frundessen-Wappen) halten, an dem eine Weintraube (vielleicht als christliches Symbol) aufgehängt ist, wie denn beim Frundessen-Wappen eine Jungfrau (Symbol für die Gottesmutter Maria?) einen religiösen Bezug herstellen könnte. Carstens vermerkt zudem, dass Wappen mit dem Schwert in Nordfriesland mehrfach in Gebrauch waren.

Sowohl Goslar Carstens als auch Ludwig Andresen weisen darauf hin, dass 1472 im westlichen Teil Schleswig, die Herrschaft König Christians durch dessen Brüder gefährdet wurde, die als Mitregenten beteiligt werden wollten. Während Christian in Schweden um seine Anerkennung als König kämpfte, organisierten seine Brüder einen Aufruhr und ließen sich von unzufriedenen Bewohnern als Mitfürsten huldigen. Der König musste den schwedischen Kriegsschauplatz räumen, um im Herzogtum Ordnung zu schaffen. Diejenigen, die sich vom Aufstand fernhielten oder dagegen Widerstand leisteten, konnten später um Wappen- und Adelsbriefe bitten. Aufrührer hingegen wurden teilweise mit Enteignung oder anderen Strafen belegt. So hat bei der Gelegenheit damals das aufmüpfige Husum seine Stadtrechte eingebüßt und wurde zum Flecken herabgestuft, was es für lange Zeit auch geblieben ist. Auch diese Umstände könnten für die Verleihung von Schwertwappen vermutet werden.


Ein urkundlicher Beleg wie z.B. ein Adelsbrief o.ä. konnte bisher nicht gefunden werden, die Echtheit des Wappens muss daher bis heute bezweifelt werden.