Geschichte der Familie Melfsen  

Die Generationen 7 bis 12 meiner Familienlinie Melfsen

Wir kommen jetzt zu dem ersten wirklich dokumentierten und gesicherten Familienvorfahren der Familie Melfsen. Da die Verbindung zu den erst genannten sechs Generationen nicht zu 100 % bestätigt ist, spricht vieles dafür, Melf Ingwersen in der 7. Generation als den eigentlichen „Stammvater der Familie Melfsen“ zu bezeichnen.
Mit ihm beginnt auch die Geschichte der Familie Melfsen im Christian-Albrechts-Koog vor Niebüll.

Melf Ingwersen - Der „echte“ Stammvater der Familie Melfsen 7. Generation

Melf Ingwersen wurde am 12. Juni 1642 auf Nordstrand auf dem Hof „Kiek in de See“ geboren. Er erlernte vermutlich bei dem Bruder seines Vaters, Leve Melfsen, den Beruf des Landvermessers. Später heiratete er die am 20. August 1643 auf Nordstrand geborene Sibbe Melfsen, die ohne Zweifel Leve Melfsens (der Bruder seines Vaters) Tochter war.

Im Jahre 1667 wird er dem Nordstrander Partimonialgericht als Gerichtsschreiber beigeordnet, er verwaltet dieses Amt, bis er einige Jahre später zum Ratmann ernannt wurde. 1681 vermaß er mit anderen mehrere neu eingedeichte Köge auf Pellworm.

Als 1681 die Karrharden nicht Teilnehmer genug für die bevorstehende Bedeichung des Christian-Albrecht-Kooges finden konnten, trat er als Mitinteressent bei ihnen ein, indem er sich zur Herstellung einer gewissen Anzahl Meter des neuen Deiches verpflichtete. Bei der im folgenden Jahre ausgeführten Eindeichung war er mit tätig; insbesondere vermaß er den neuen Koog und setzte ihn in drei gleiche Teile auseinander: den Karrharder, den Wiedingharder und den Bökingharder Anteil.
Für diese Arbeit erhielt er 5 Schilling je Demath Land. Da aus dem Koog ca. 2.733 Demath (1 Demath entspricht ungefähr ½ Hektar) Land gewonnen werden konnte, bekam er dafür 13.664 Schilling oder umgerechnet 854 Mark Lübsch (abgekürzt: M, 16 Schilling entsprachen 1 M) oder 285 Reichsthaler (abgekürzt: Thaler, 3 M entsprachen 1 Thaler).

Nach der Bedeichung des Christian-Albrecht-Kooges hat er seinen 1684/1685 hier von ihm erbauten Hof ebenfalls „Kiek in de See“ genannt, wahrscheinlich als Hommage an die alte Heimat. Bei der Neuorganisation der Koogsverwaltung im Jahre 1689 wurde er zum Deichrichter gewählt und 1691 bei Errichtung des Koogsgerichts mit drei anderen als Ratmann vereidigt. 1702 und 1703 beteiligte er sich bei der Bedeichung des Dagebüller Kooges und übernahm hier insbesondere die Leitung der auszuführenden Deicharbeiten. Als Vergütung dafür erhielten seine Erben 150 Thaler.

Melf Ingwersen starb im November 1703. Seine Frau Sibbe folgte bald drauf im März 1704. Beide wurden unter dem Quergang in der Deezbüller Kirche beigesetzt.
Sie hinterließen 4 Kinder, nämlich die Töchter Frauke und Godtin und die Söhne Ingwer (geb. 1672) und Leve (geb. 1675).

Melf Ingwersen kann man als wirklich erfolgreichen Menschen bezeichnen. Er hinterließ seinen Kindern ca. 75 Hektar Land, über 20.000 Thaler Vermögen und zusätzlich Haus und Inventar. Die Teilung erfolgte nach „Eiderstedter Landrecht“, so dass die Söhne je 1/3 und die Töchter je 1/6 der Masse erhielten.

Den Hof „Kiek in de See“ erbte sein Sohn Leve Melfsen.

 

Ingwer Melfsen   8. Generation

Ingwer Melfsen wurde im Februar 1672 noch auf Nordstrand geboren. Er zog mit seinen Eltern 1684 in den neu eingedeichten Christian-Albrecht-Koog.

Mit 23 Jahren erbaute er 1695 den großen Katharinenhof. Ein Jahr später heiratete er Agathe Mommens (geb. 1675). Bald schon kamen die Kinder:

  Momme Melfsen
Sibbe Melfsen
Melf Melfsen
geb. März 1698
geb. August 1700
geb. Mai 1703.
 

Melf starb bereits wenige Monate nach seiner Geburt im Februar 1704.
Leider starb auch Agathe nur drei Monate nach dem Tod ihres Sohnes Melf am 31. Mai 1704 und hinterließ ihrem Ehemann zwei noch unmündige Kinder.

Im Jahre 1704 wurde Ingwer Melfsen zum Ratmann ernannt und leitete in Gemeinschaft mit seinem Bruder Leve und dem Ratmann Boy Feddersen auf Gottesgabe unter der Oberaufsicht des Deichgrafen Sibbers den Bau des Dagebüller Dammes. Seit 1707 als Deichrichter fungierend, wurde ihm im Jahre 1720 das gesamte Hebungs- und Rechnungswesen der Christian-Albrecht- Köge übertragen.

Am 8. Mai 1708 heiratete Ingwer erneut. Seine 2. Ehefrau hieß Lucie und war die Witwe des am 1704 verstorbenen Ratmannes Boy Feddersen auf dem Hof Gottesgabe. Lucie war eine Tochter des 1623 zu Handewitt geborenen Pastors Johannes Brekling zu Lindholm.

Während seiner zweiten Ehe bewohnte Ingwer Melfsen den Hof Gottesgabe und bewirtschaftete von hier aus beide Höfe. Das Wohnhaus auf Katharinenhof wurde vermietet.

Von Lucies 7 Kindern aus der ersten Ehe lebten 1708 nur noch die Söhne Fedder Feddersen und Boy Feddersen sowie zwei Töchter. Während der kinderlosen Ehe mit Ingwer starben Boy Feddersen und die beiden Töchter aus der ersten Ehe. Da auch Ingwer Melfsens Tochter Sibbe im Februar 1716 starb, so verblieben den Eltern nur die beiden Söhne Fedder Feddersen, geb. 1696 und Momme Melfsen, geboren 1698.

Beide Eheleute starben in verhältnismäßig jungen Jahren, Lucie am 19. November 1720 und Ingwer Melfsen, nur gut 49 Jahre alt am 7. Juni 1721.

Wenige Wochen vor seinem Tode am 19 Mai 1721 kaufte er noch den Hof Magnuswurth mit einer Größe von 125 Hektar für 88.428 Thaler.

Momme Melfsen bekam den Hof Katharinenhof mit 86 Hektar Land und der spätere Deichgraf Fedder Feddersen erhielt den Hof Gottesgabe.
Den Hof Magnuswurth bewirtschafteten beide gemeinschaftlich.

 

Momme Melfsen 9. Generation

Momme wurde im März 1698 auf dem Katharinenhof im Alten-Christian-Albrechts-Koog geboren. Als Kind mit ca. 11 Jahren kam er für fünf Jahre zu einem Verwandten seiner Stiefmutter nach Dagebüll, zum Pastor Laurentius Möller (Pastor in Dagebüll von 1699 bis 1727). Bei diesem grundgelehrten Manne genoss er einen allumfassenden Unterricht.

Nach dem Tod seines Vaters 1721 erbte er den Katharinenhof.
Am 15. Juli 1723 heiratete er die 1703 in Langenhorn geborene Lucie Ingwersen. Zwischen 1724 und 1745 wurden den Eheleuten vierzehn (!) Kinder geschenkt, davon erreichten sechs Kinder ein höheres Alter:

  Margarethe Dorothea Melfsen 
Agathe Melfsen 
Catharine Melfsen  
Ingwer Karsten Melfsen 
Melf Ingwer Melfsen 
Momme Melfsen
geb. 9. April 1728
geb. 1. April 1731
geb. 23. März 1733
geb. 22. April 1740
geb. 31. Mai 1741
geb. 25. November 1745
 

Zu den neun Kindern, die maximal nur 2 Jahre alt wurden, gehören auch Drillinge, die im April 1744 geboren, getauft und leider auch gestorben sind.

Momme wird wahrscheinlich auch Anteile an Schiffen besessen haben und, wie heißt es so schön, er soll sich „nach mündlicher Überlieferung zuweilen dem Trunke ergeben haben“.
Trotzdem vermehrte er seinen Besitz um den Hof Magnuswurth und viele Ländereien im Koog.

1735 und erneut 1739 wird er zum Ratmann der Christian-Albrechts-Köge gewählt.

Momme Melfsen stirbt am 3. August 1758 mit gerade einmal 60 Jahren.

Der Katharinenhof mit ca. 44 Hektar Land erhält der Sohn Momme Melfsen, seine Brüder Ingwer Karsten und Melf Ingwer Melfsen zusammen den Hof Magnuswurth mit ca. 59 Hektar Land und die Töchter Agathe und Katharine erben ebenfalls Ländereien im Koog.

Die Witwe Lucie blieb bis zu ihrem Tod am 15. November 1776 auf dem Katharinenhof wohnen, in den letzten fünf Lebensjahren aber trübsinnig darüber geworden, dass ihr Sohn Momme die Dienstmagd Christine Lorenzen aus Braderup geheiratet hat.

 

Momme Melfsen 10. Generation

Momme Melfsen wurde am 25. November 1745 auf dem Katharinenhof im Alten-Christian-Albrechts-Koog geboren. Er soll der besondere Liebling seiner Mutter gewesen sein und eigentlich war sein vorgezeichneter Werdegang ein Guter: Als Hoferbe vom Katharinenhof hätte er reich heiraten und viele Kinder zeugen können, um später einmal erfolgreich und umringt von seinen Erben mit einem Lächeln auf den Lippen zu sterben.

Aber es kam alles anders:
Er verliebte sich in die Dienstmagd Christine Lorenzen aus Braderup und das Schicksal wollte es, dass Christine schwanger wurde. Anstatt sie nun (wie damals häufig bei den reicheren Hofbesitzern) mit einem Batzen Geld abzufinden und sie vom Hof zu jagen, blieb er bei ihr und heiratete sie am 17. September 1771 auf dem Katharinenhof.
Wie schön kann doch die Liebe sein.

Wahrscheinlich wurde hier auf dem Katharinenhof auch noch das erste Kind der Eheleute geboren: Lucie Melfsen.

Die Mutter von Momme Mutter allerdings wurde ob dieser nicht standesgemäßen Heirat schwermütig. Daher entschloss sich Momme im März 1772, den Katharinenhof an seinen älteren Bruder Melf Ingwer abzugeben und vollkommen neu in Witzwort (Nordfriesland) auf einem gepachteten Hof wieder anzufangen.

Hier in Witzwort kamen die übrigen Kinder zur Welt:

  Christine Melfsen
Margarethe Dorothea Melfsen
Momme Melfsen
Agathe Margarethe Melfsen
geb. 4. November 1773
geb. 28. Februar 1775
geb. 1. Juni 1777, gest. 18. Juni 1777
geb. 2. Juli 1778
 

Dann geschah das erste große Unglück: Seine geliebte Ehefrau Christine starb am 12. Juli 1778 mit nur 32 Jahren nach dem fünften Kind im Wochenbett.
Für sie hatte Momme den Katharinenhof im Alten-Christian-Albrechts-Koog aufgegeben, nun blieb er mit vier kleinen Kindern im Alter zwischen 0 und 6 Jahren allein in Witzwort.

Momme heiratete bereits 10 Monate nach dem Tod von Christine erneut.
Seine 2. Ehefrau hieß Anna Katharine Ingwersen und war bei der Hochzeit am 14. Mai 1779 bereits im vierten Monat schwanger. Anna Katharine wurde 1755 im nur 5 km entfernten Oldenswort geboren. Momme war also zur Hochzeit 33 Jahre alt und seine Frau 24 Jahre.

Den Eheleuten wurden vier Kinder in Witzwort geboren:

  Anna Melfsen
Momme Melfsen
Katharina Melfsen
Melf Ingwer Melfsen
geb. 3. November 1779
geb. 22. Februar 1781
geb. 14. April 1782
geb. 4. März 1787
 

Katharina starb bereits vor dem Jahr 1787 als Kleinkind.

Aber auch diese Heirat brachte nicht den gewünschten Segen:
Nach nur acht Jahren Ehe und nur wenige Monate nach der Geburt ihres vierten Kindes starb auch Anna Katharine mit ebenfalls nur 32 Jahren am 17. Juli 1787.

Mittlerweile waren nun sechs Kinder im Alter von 0 bis 15 Jahren zu versorgen.
Und nur wenige Wochen nach dem Tod der Mutter geschah das dritte große Unglück in dieser Familie: Auch der Vater Momme Melfsen starb am 11. August 1787 und hinterließ seine „sechs unmündigen Kinder in größter Dürftigkeit“.

Die Kinder wurden nun auf die Geschwister von Momme Melfsen aufgeteilt, der Hof in Witzwort an den Verpächter zurückgegeben.

 

Melf Ingwer Melfsen 11. Generation

Er wurde am 4. März 1787 in Witzwort geboren. Nach dem Tod seiner Eltern im Juli bzw. August 1787, kam er zusammen mit seinem sechs Jahre alten Bruder Momme zum Bruder seines verstorbenen Vaters, zu Ingwer Karsten Melfsen auf den Hof Magnuswurth im Alten-Christian-Albrechts-Koog.

Ingwer Karsten Melfsen (geb. 1740) war ein ziemlich korpulenter Mann von ruhigem, phlegmatischem Temperament. Er hatte mit seiner Frau Herlich die Kinder Momme (geb. 1782) und Helene Katharine (geb. 1786). 1788 kam dann noch Nis Bendix hinzu.
Hoffentlich wird es Melf Ingwer und sein Bruder Momme dort gut gehabt haben.

In dem Familienbuch von Christian Sibbern Melfsen schreibt er über Melf Ingwer Melfsen:
Er wurde hier auf Magnuswurth erzogen und nach der Konfirmation zu dem Kaufmann Brix in Flensburg in die Lehre gegeben. Er ließ sich hier später selbst als Kaufmann nieder, zog aber, weil sein Geschäft hier (wahrscheinlich aus Mangel an Mitteln) nicht gehen wollte, nach Leck.
Ob das so stimmt, habe ich noch nicht herausfinden können.

Melf Ingwer heiratete Magdalena Margaretha Nissen, die Tochter des Lecker Arztes Matthias Nissen und seiner Frau Elsabe Margaretha, geb. Vogt. Ob in Leck oder Flensburg geheiratet wurde, habe ich bisher auch noch nicht herausbekommen. Auf jeden Fall ist der einzige Sohn Matthias Melfsen am 20. September 1812 in Flensburg zu Welt gekommen.

In dem Kirchenbucheintrag seiner Geburt heißt es: „Matthias Nissen, des Schreibers Melf Ingwer Melfsen und weiland Magdalena Margaretha, geb. Nissen, ehelicher Sohn“. In einem weiteren Kirchenbucheintrag wird der Beruf auf „Zollschreiber“ noch konkretisiert.
Melf Ingwer wird also bereits mit 25 Jahren in Flensburg als Zollschreiber geführt. Allzu lange kann er somit nicht als Kaufmann selbstständig gewesen sein.

Am 29. September 1812 stirbt die Magdalena Margaretha in Flensburg mit gerade einmal 26 Jahren im Wochenbett.

Evtl. hat Melf Ingwer noch ein zweites Mal geheiratet (dies vermutet auch Christian Sibbern Melfsen in seinem Familienbuch). Jedenfalls heißt es beim Tode des Sohne Matthias im Kirchenbuch von 1885, er sei der Sohn von Melf Ingwer Melfsen und der Marie Helene, geb. Nissen.

Weitere Lebensdaten sind von ihm nicht bekannt. Leider konnte ich auch noch nicht herausfinden, wann Melf Ingwer gestorben ist.

 

Mathias Melfsen 12. Generation

Matthias wurde am 20.09.1812 in Flensburg geboren. Im Kirchenbuch St. Marien zu Flensburg habe ich dazu unter der lfd. Nr. 189 des Jahres 1812 seinen Geburtseintrag gefunden. Er lautet:
Matthias Melfsen, des Schreibers Melf Ingwer Melfsen und weiland Magdalena Margaretha, geb. Nishen, ehel. Sohn.

Diese Eintragung hat mich erst einmal traurig gemacht, bedeutete sie doch, dass die Mutter des kleinen Matthias bereits kurz nach der Geburt verstorben sein musste (weiland = vormals oder verstorben). Leider traf diese Vermutung zu: Im Kirchenbuch zu St. Marien zu Flensburg war unter der lfd. Nr. 146 des Jahres 1812 vermerkt Ein „Med. Licent.“ war übrigens ein Arzt):
Magdalena Margaretha Melfsen, geb. Nishen, des Med. Licent. Matthias Nishen und der Elsabe Margaretha, geb. Voigt, eheliche Tochter ist verehelicht gewesen mit dem hiesigen Zollschreiber Melf Ingwer Melfsen. Alt 26 Jahr, hinterlässt einen Sohn Matthias.

Getauft wurde Matthias zu Hause am 11.10.1812. Seine Paten waren sein Vater Melf Ingwer Melfsen, M. Fedder Mommsen und Frau Elsabe Margaretha Nishen.

Hier in Flensburg lernte er seine spätere Frau Caroline Sophie Catharina Iwersen kennen. Leider sind ihre Eltern oder weitere Daten von ihr nicht bekannt.
Auch eine Eheschließung konnte ich im Trauregister 1780 – 1917 von Glücksburg nicht finden (oder ich habe sie übersehen). Die Heirat wird wohl im Kirchspiel St. Marien zu Flensburg stattgefunden haben, bevor die junge Familie ihr Glück in Glücksburg versucht hat.

Nach den Überlieferungen des Christian Sibbern Melfsen und dem Findebuch des Kirchspiels Glücksburg hat sich Matthias Melfsen ab 1843 als Kaufmann in Glücksburg etabliert, muss später aber in Konkurs geraten sein.

In Glücksburg jedenfalls kommen vier Kinder zur Welt:
         14.11.1843   Ingwer Melfsen (leider stirbt er bereits am 20.11.1843),
         20.10.1845   Helene Mathilde Melfsen,
         12.06.1848   Carl Andreas Melfsen,
und dann folgt als viertes Kind der Eheleute unsere 13. Generation
         15.11.1850   Eduard Iwersen Melfsen.

Es folgen dann noch die Kinder Caroline, Catharina und Marie. Leider konnte ich im Glücksburger Kirchenbuch die dazugehörigen Einträge nicht finden. Somit müssen die drei in Flensburg geboren worden sein.

Nach dem Konkurs des Geschäftes in Glücksburg arbeitete er als Kommis (entspricht einem kaufmännischen Angestellten) bei dem Kaufmann Funke in der Angelburger Str. in Flensburg. Nachdem er eine Kaution von 3.000 Mark bestellt hatte, wurde er 1876, also im Alter von 64 Jahren, Kirchenvogt zu St. Johannis in Flensburg mit einem Gehalt von 700 Mark. Mit 71 Jahren ging er 1883 „wegen Schwäche ab“ und erhielt ein Ruhegehalt von 300 Mark vorläufig auf fünf Jahre befristet.
Er starb vor Ablauf dieser Frist bereits am 22. April 1885 im 74. Lebensjahr.

Auch der Todeseintrag ist von mir überprüft worden. Er ist aufgeschrieben im Kirchenbuch St. Johannis zu Flensburg unter der lfd. Nr. 54 des Jahres 1885 und lautet:
Der frühere Kirchenvoigt Matthias Melfsen, ein Sohn des Melf Ingwer Melfsen und der Marie Helene geb. Nishen, hinterließ seine Ehefrau Line Catharina geb. Iwersen und 6 Kinder: 1 Andreas, 2 Mathilde, 3 Eduard, 4 Caroline, 5 Catharina, 6 Marie.

Wie lange seine Witwe Caroline Sophie Catharina dann noch gelebt hat, habe ich nicht herausgekommen. Es muss ja auch noch Arbeit für später übrig bleiben …

Übrigens ist über einen Sohn von Matthias, dem späteren Drogisten Carl Andreas Melfsen, eine nette Geschichte überliefert:

Carl Andreas wurde Drogist in der Norderstr. in Flensburg. Er verdiente sehr viel Geld durch ein Mittel zur Vorbeugung gegen die Choleraepidemie, die 1892 in Hamburg gerade wütete. Nachdem ihm das Mittel ausgegangen war, verkaufte er zum gleichen Preis von zehn Pfennigen WASSER. Ob und wann dieser Betrug aufgefallen ist, wurde mir nicht überliefert.