Geschichte der Familie Melfsen  

Lebenslauf Christian Sibbern Melfsen (1841 – 1919)

Die folgende Familiengeschichte „meiner“ Familie Melfsen basiert im Wesentlichen auf der „Familienchronik der Familie Melfsen“ von Christian Sibbern Melfsen und auf dem Buch von Albert Panten „Die Christian-Albrechts-Köge 1682 – 1982“ (Gesamtherstellung Breklumer Druckerei Manfred Siegel, eine ISBN-Nr. habe ich nicht finden können).

Christian Sibbern Melfsen hat ein beeindruckendes Leben geführt. Daher ist es wert, sein Leben an dieser Stelle einmal genauer darzustellen.

Christian Sibbern Melfsen auf einem Gemälde von Alex Eckener

Christian Sibbern Melfsen wurde am 3. März 1841 als Sohn des Hofbesitzers Melf Ingwer Melfsen und seiner Frau Esther auf dem elterlichen Hof Gottesgabe im Alten-Christian-Albrechts-Koog geboren. Seine Mutter Esther war eine geborene Sibbers und eine verwitwete Levsen. Sie wurde am 20. September 1807 ebenfalls im Alten-Christian-Albrechts-Koog auf dem Hof „Kiek in de See“ geboren.

Nachdem Christian Sibbern den ersten Unterricht im elterlichen Hause bekommen hatte, ging er seit Mai 1849 auf die Dorfschule zu Süd-Niebüll. Ab Mai 1853 besuchte er das Realgymnasium in Flensburg (heute das „Alte Gymnasium“), welches er im März 1858 nach gut bestandenem Abgangsexamen verließ. Während dieser Zeit wohnte er im Hause seines Patenonkels Christian Sibbern Sibbers in Flensburg.

Zuerst 1 Jahr zurück auf dem elterlichen Hof, dann 3 Jahre als Kostgänger auf zwei befreundeten Höfen, kehrte er im Frühjahr 1862 nach Hause zurück. Von der persönlichen Ableistung des Militärdienstes ließ er sich durch Stellung eines Vertreters befreien. Bis Oktober 1865 blieb er auf dem elterlichen Hof, danach besuchte er die Universität zu Kiel, um hier ein Rechtsstudium aufzunehmen.

Die Finanzierung des Studiums war für ihn kein Problem. Seine Mutter Esther war immer schon von gebrechlicher Statur und seit der Geburt ihres 2. Kindes im Dezember 1842 soll sie stark gekränkelt haben. Esther starb am 15. September 1849 auf dem Hof Gottesgabe. Da sein Vater Melf Ingwer am 24. Juni 1856 erneut heiratete, erhielt er sein mütterliches Erbe von über 71 Demat Land (über 35 Hektar) im Neuen-Christian-Albrechts-Koog.

Nach dem Tod des Inspektors der Christian-Albrechts-Köge wurde er am 12. März 1870 mit 29 Jahren einstimmig zum Nachfolger gewählt. Er behielt dieses wichtige Amt 46 Jahre bis 1916. Um sein Studium zu beenden, erhielt er Urlaub und kehrte mit dem Staatsexamen nach Hause zurück.

Bis 1884 lebte er bei seiner Schwester Lucie auf dem Katharinenhof im Alten-Christian-Albrechts-Koog, dann übernahm er den elterlichen Hof Gottesgabe, der sich in Nachbarschaft zum Katharinenhof befindet. Hier hat er bis zu seinem Lebensende gelebt und gewirkt. Unverheiratet und ohne Kinder hat er den Hof stets sparsam und tüchtig bewirtschaftet und den Landbesitz vergrößert.

Neben seiner Arbeit als Hofbesitzer und seinem Amt als Koogsinspektor hat er die Geschichte der Christian-Albrechts-Köge in 5 Bänden aufgeschrieben. Darüber hinaus schrieb er noch die Geschichte des Dagebüller Kooges sowie die Familienchroniken der Familien Melfsen, Levsen sowie der Familie Sibbers auf „Kiek in de See“.

Außer in seinem Amt als Koogsinspektor wählte man ihn in verschiedene Ehrenämter. So wurde er Amtsvorsteher des Amtes Dagebüllkoog, Gemeindevorsteher der Gemeinde Christian-Albrechts-Köge und Kreistagsabgeordneter. Für diese Lebensleistung erhielt er 1907 den preußischen Kronenorden vierter Klasse.

Christian Sibbern Melfsen starb im Alter von 78 Jahren am 4. April 1919. Mit ihm starb ein Stück Geschichte des Christian-Albrecht-Kooges.