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Bekannt ist, dass in Thüringen Tobias Gimme um 1600 geboren worden ist. Er hat vier Söhne und drei Töchter gehabt und war zweimal verheiratet. Gearbeitet hat er als Schmiedemeister und war zugleich Bürgermeister seines Wohnortes Wallhausen. Gestorben ist er 1682.

Wallhausen wurde im Dreißigjährigen Krieg um 1626 schwer getroffen, im selben Jahr raffte die Pest 473 Personen dahin. Die allgemeine Situation konnte also um 1630 nicht als besonders gut bezeichnet werden.

Um 1650 gibt es enge Verbindungen zwischen Wallhausen und Husum in Schleswig-Holstein durch Ludwig dem Jüngeren sowie seinem Amtmann Christian am Hoff. Sie nehmen sich 1657 eine Wohnung in Wallhausen und machen sich um den Aufbau des stark zerstörten Ortes verdient.

In Holzdorf in Schleswig-Holstein wird Detleff Gimm als der erste Gimm im „Siesebyer Zehntenregister“ von 1672 genannt. Viele Jahre vorher kann er nicht nach Schleswig-Holstein eingewandert sein, da er im vorherigen Zehntenregister nicht genannt wird. Weitere Daten über ihn sind nicht bekannt.

Vierzehn Jahre später taucht im Dorf Bohnert (nur 12 km von Holzdorf entfernt) der Name Hanß Gim als Hufner auf. Hanß Gim gilt als der Stammvater aller schleswig-holsteinischen Gimm`s. Hanß Gim stirbt 1722.


Diese Namen und Daten laden nun zu einer wilden Spekulation ein:

1. Spekulation:
Was wäre, wenn Tobias Gimme 1610 geboren worden ist? Dies könnte sehr gut angehen, er wäre dann bei seinem Tod 72 Jahre alt gewesen.

2. Spekulation:
Von seinen Nachkommen ist nur ein Sohn, der um 1630 geborene Franz Gümme, bekannt. Sein Vater Tobias Gimme wäre unseren Spekulationen zufolge 20 Jahre alt, somit wäre dieses Datum in Ordnung. Wo blieben aber zumindest die anderen drei Söhne? Was wäre, wenn einer dieser Söhne Detleff Gimm wäre? Angenommen, er wäre ebenfalls um 1630 geboren, vielleicht 1632. Er hätte dann 1657 ein Alter von 25 Jahren erreicht und durch die schlechte wirtschaftliche Situation kaum Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft in Wallhausen.

Einen Geburtsnachweis gibt es von keinem der Kinder von Tobias Gimme. Wahrscheinlich sind diese Nachweise in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verloren gegangen. Dies wäre verständlich. Jedoch gibt es von Franz Gümme als einem Sohn von Tobias Gimme im Jahr 1669 einen Eintrag seines Todes. Wo sind die beiden anderen Söhne gestorben?


3. Spekulation:
Gerade um das Jahr 1657 herum sind die engen Verbindungen zwischen Husum in Schleswig-Holstein sowie Wallhausen in Thüringen dokumentiert. Der Vater von Detleff Gimm, Tobias Gimme, ist zu diesem Zeitpunkt 47 Jahre alt, Bürgermeister von Wallhausen und steht damit in engem Kontakt zu Ludwig dem Jüngeren und seinem Amtmann Christian am Hoff.

Was wäre, wenn Tobias Gimme seinem Sohn Detleff Gimm empfehlen würde, nach Schleswig-Holstein „auszuwandern“? Auf einem der Reisen zwischen Thüringen und Schleswig-Holstein könnte Detleff Gimm mit dem Tross der Schleswig-Holsteiner mitgefahren sein. Angenommen, er reist 1660 nach Schleswig-Holstein, arbeitet erst auf einigen Gütern an der West- und Ostküste in der Landwirtschaft, um sich dann 1665 in Holzdorf eine kleine Kate oder eine Hufe zu kaufen. Gewiss könnte ihm sein Vater als Schmiedemeister und Bürgermeister von Wallhausen etwas Geld mitgegeben haben. Im Jahr 1665 wäre Detleff Gimm unseren Spekulationen zufolge 33 Jahre alt und damit im besten Alter, sich eine Existenz aufzubauen. Auch das er erst 1672 im Zehntenregister auftaucht wäre verständlich, da dieses Register sicher nicht alle fünf Jahre neu erstellt wurde.


4. Spekulation:
Es ist zu vermuten, dass Detleff Gimm bei seiner Auswanderung 1660, also im Alter von 28 Jahren, verheiratet gewesen ist. Was wäre, wenn er im Jahr 1652 Vater eines Sohnes geworden wäre und diesen Sohn „Hanß“ genannt hätte?


Damit wäre Hanß Gim als bisheriger Stammvater der schleswig-holsteinischen Linie der Sohn von Detleff Gimm gewesen und der Enkel von Tobias Gimme!



Der Werdegang von Hanß Gim könnte wie folgt ausgesehen haben:

Er ist als Sohn von Detleff Gimm 1660 und damit im Alter von 8 Jahren nach Schleswig-Holstein gekommen. Sein Vater baut sich eine Existenz als Landwirt auf, sein Sohn folgt ihm in der Berufswahl. Seine Kinder werden zwischen 1673 (Hanß ist zu diesem Zeitpunkt 21 Jahre alt) und 1678 (er ist zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt) geboren. Um 1677, und damit im Alter von 25 Jahren, erwirbt er eine Hufe in Bohnert und wird 1686 urkundlich als Hufner erwähnt. 1722 und damit im Alter von 70 Jahren stirbt Hanß Gim.




Wie gesagt, keiner dieser Annahmen konnte bisher bestätigt werden …