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Ahnentour März 2009 - Tag 3 ... wir treffen Aase      ein Bericht von Jürgen Pokolm

Samstag morgen, so gegen 9 Uhr ging das Telefon und Peter nahm noch etwas verschlafen das Gespräch an - verschlafen, weil wir am Vorabend seinen Geburtstag mit ordentlich Köm und anderen Flüssigkeiten gefeiert hatten. Am anderen Ende der Leitung war ein Herr Backen, der nun Peter mitteilte, er hätte gerade eine Frau Gimm aus Dänemark bei sich sitzen und die hätte einige Unterlagen, inklusiv einem Stammbaum mitgebracht, die sie uns gerne geben würde … wann wir denn mal Zeit hätten!

Bumm! das hatte gesessen … Peter und ich waren ganz perplex über soviel glücklichen Zufall.

Denn ich war gerade erst für einige Tage eingetrudelt, um mit Peter zusammen etwas für die Ahnenforschung zu tun. So konnten wir den Termin gemeinsam wahrnehmen.
Das nenne ich Glück!

Obwohl unser Terminplan für diesen Tag schon recht voll war, verabredeten wir uns darauf hin kurzfristig für 17 Uhr bei Herrn Backen und seiner Frau in Wellspang – Süderfahrenstedt.

Punkt 17 Uhr rollten wir dann auf den Parkplatz vor dem Haus in Wellspang und waren nun sehr gespannt wer uns dort erwarten würde.

Wir wurden schon an der Haustür von Herrn Backen herzlich empfangen und er lotste uns direkt in die gute Stube wo Aase, so hieß die nette Dänin, mit ihrem guten Bekannten Egon und Frau Backen schon mit dem Abendessen auf uns warteten.
„Abendbrot muß jetzt erstmal sein“ sagte Frau Backen „da gibt es kein wenn und aber … nun langt mal zu!“. Gut gestärkt nach einigen leckeren Wurstbroten ging es dann an die Klärung der uns und Aase auf der Seele brennenden Ahnenforschungs-Fragen. Sie interessierte sich schon seit einiger Zeit für die Geschichte ihrer Familie und war über unsere Internetseite auf Peter aufmerksam geworden. Im Gepäck hatte sie eine Ahnentafel ihrer Familie, sowie die niedergeschriebenen Lebenserinnerung ihres Großvaters Gustav Gimm und ihrer Großmutter Thora Abkjer. Die drei Sachen bekamen wir dann zu treuen Händen überreicht, damit wir uns davon Kopien machen konnten.

Unser Scanner war schon ganz unruhig und heiß auf eine Extra-Nachtschicht …

Nebenbei erwähnte sie, dass sie die letzten Tage erfolglos versucht hätten das alte Haus ihres Ur-Großvaters Christian Gimm, das er um 1878 in Kiesby erbaut hatte, zu finden. Sie vermutete dass das Haus wohl zwischenzeitlich abgerissen worden sei.

Nach einem sehr informativen Abend verließen wir dann Aase und die Familie Backen, um danach bis tief in die Nacht unseren Scanner zu quälen, da wir Aase versprochen hatten ihr die Unterlagen am Montag Morgen wieder vorbei zu bringen.



Sonntag, 10 Uhr … nach einer kurzen Nacht saßen Peter und ich wieder im Arbeitszimmer und brüten über den Ergebnissen unserer Marathon-Bilder-einscan-Aktion von letzter Nacht.

Die Sonne schien herrlich vom Himmel … viel zu schade für „nur im Arbeitszimmer hocken“!
„Sollen wir nicht mal ne kleine Tour nach Kiesby machen und gucken ob wir das alte Gimm Haus finden, denn ich glaube nicht daran das es abgerissen worden ist … kann gar nicht!“ höre ich mich sagen.
„Neee, ich glaub das auch nicht!“ sagt Peter und schon saßen wir, mit Navi, Kamera und einem Ausdruck des Fotos vom Gimm’schen Haus bewaffnet im Auto und machten uns auf den Weg.

Kiesby Ortseingang … kleiner Ort, da waren wir relativ schnell durchgerauscht, hatten 2 mal gehalten und die jetzigen Häuser mit unserem alten Foto verglichen, aber dann doch nicht das Richtige gefunden.
Schwupps, waren wir schon wieder raus aus dem Dorf.
Mist, nichts gefunden … also noch einmal gedreht und wieder rein in den Ort.
So in der Ortsmitte, sagten wir dann fast wie im Chor: „Laß uns mal da zu dem Haus dort rechts fahren, das sieht gut aus!“

Brems, quietsch … ich war noch nicht mal ganz aus dem Auto raus, da stand Peter schon an der Haustür und drückte den Klingelknopf.
Dem etwas skeptisch guckenden, aber sehr freundlichen Mann der uns die Tür öffnete, zeigten wir dann unser altes Foto und fragen ihn ob er vielleicht wüsste wo wir dieses Haus finden könnten.
„Ja, das ist das Haus hier in dem ich wohne, kommt doch mal rein, ich habe hier in der Diele noch ein älteres Bild vom Haus hängen … guckt mal“. Mit den Worten: „Ich glaub ich habe da noch …“ verschwand er dann kurz in einem der Zimmer und kam danach mit zwei noch älteren Fotos und einem Auszug aus einer Dorfchronik zurück.

Neee, das glaub ich jetzt nicht! Mehr fiel mir im Augenblick nicht ein.

Mensch, was für ein Dusel … wir konnten es gar nicht fassen, dass wir das Haus von Christian Gimm wirklich gefunden hatten. Und als Sahnehäubchen servierte uns der jetzige Besitzer auch noch mehrer alte Bilder und einen Auszug aus der Dorfchronik Kiesby, in der über die Geschichte und die ehemaligen Besitzer des Hauses berichtet wurde.
Unglaublich … wir sollten Lotto spielen!

Nachdem wir freundlicherweise von allen Fotos und der Chronik mit meiner Digitalkamera Bilder machen durften, verabschiedeten wir uns wieder und fuhren mit unseren Schätzen heim.

Zuhause waren mit ein paar Klicks die Fotos vom Haus in Kiesby bearbeitet und schnell ein Word-Datei mit unserem neuen Wissen, sowie den erhaltenen Bilder-Schätzchen erstellt. Zusammen mit den Scan-Ergebnissen von letzter Nacht bastelte dann unser Brenner daraus eine schicke CD.

Aase wird sich freuen …

Und das hat sie … und zwar riesig … so macht Ahnenforschung Spaß!

Das unverhoffte Treffen mit Aase aus Dänemark, sowie der herzliche Empfang und die Bewirtung durch die Familie Backen, obwohl wir ja eigentlich Wildfremde waren, machten diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis. Zusammen mit der Tags darauf folgenden Gimm-Haus Suche in Kiesby, war dieses Treffen das Highlight unserer Ahnentour.